
Die TOGOHILFE
ist seit 1992 ein "eingetragener Verein" mit Sitz in Donzdorf.
Wir arbeiten rein ehrenamtlich und investieren unsere Zeit und Finanzen (für Porto und sonstige Verwaltungskosten) privat, denn wir wollen unseren Spendern gewährleisten, dass ihr Beitrag 1:1, ohne jeden Abzug, nach Togo geht. Darum arbeiten wir auch unterhalb aller Institutionen in direktem Kontakt mit der armen Bevölkerung (über unseren einheimischen Koordinator vor Ort und die selbst ziemlich armen Schulleiter).
In Deutschland vergibt das "Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen"
(DZI) ein SPENDENSIEGEL als Gewährleistung für seriösen Spenden-
Einsatz. Dieses Spendensiegel haben wir aus folgendem Grund nicht:
Der Erstantrag kostet € 1000; die jährliche Erneuerung des Spendensiegels
kostet jeweils € 500 plus einen bestimmten Prozentsatz des Spenden-
Aufkommens. Ein Kriterium ist, dass man "satzungsgemäß" nicht mehr als
30 Prozent der Spendensumme für den Verwaltungsaufwand verwendet.
Wir könnten also von unserer jährlichen Spenden-Durchschnittssumme
von € 50.000 den Betrag von € 15.000 für unseren Verwaltungsaufwand
verwenden und wären trotzdem als besonders effizient zertifiziert...
Weitere Infos: bei Google "wikipedia dzi spendensiegel" eingeben; auch:
www.suite101.de/content/spendensiegel-a43180.
Im Amtlichen Mitteilungsblatt der Stadt Donzdorf bringen wir laufend aktuelle Berichte; in größeren Abständen geht ein Rundschreiben mit allem Wichtigen an alle Spender außerhalb des Stadtgebiets.
Weil wir beruflich z.T. stark eingespannt sind und die TOGOHILFE ganz in unserer Freizeit unterhalten, sind wir in unseren Möglichkeiten zur Information und Öffentlichkeitsarbeit ziemlich eingeschränkt. Wir werben nicht und treiben keinerlei Medien-Aufwand, um alles, was wir haben, den Menschen in Togo zukommen lassen zu können.
Unsere TOGOHILFE versorgt heute im Wesentlichen den Kanton Landa-Pozenda außerhalb von Kara, ca. 200 Quadratkilometer groß mit ca. 7.000 Einwohnern. Die dortigen Menschen leben auf dem unteren Existenzminimum und stürzen durch geringfügige Wetterschwankungen, Unfälle oder Krankheiten ins Elend oder den Tod ab. Wir wollen ihnen ein etwas gesicherteres, gesünderes Leben ermöglichen. Dabei sollen sie nicht aus ihren gewachsenen Strukturen und Gewohnheiten herausgerissen werden. Sonst droht das Problem Landflucht, und dann folgen: Entwurzelung, Slums usw. Neuerdings wächst die Gefahr der Kindersklaverei, weil zunehmend mehr Kinder in die benachbarten, ökonomisch etwas besser stehenden Länder gelockt oder verschachert werden.
KONKRET: Der Schwerpunkt unserer Hilfe ist die Schulbildung. 1988 gab es im Kanton 7 kleine Grundschulen mit ungefähr 500 oder 600 Schülern und eine Realschule mit etwa 60 Schülern. Die große Mehrzahl waren Buben. Es gab an diesen Schulen nur wenige Lehrer und sie bekamen kaum Mittel. Seit 1988 schuf der togoische Staat zudem fast keine neuen Lehrerstellen mehr. Oft ließ er die Lehrer halbe Jahre lang ohne Besoldung.
Unsere TOGOHILFE warb Schüler an, stellte insgesamt 28 neue Lehrer ein, besoldete diese, baute neue Schulhäuser und finanzierte deren Ausstattung (Schulbänke, Schulbücher, Lernmaterial). Sie investierte darin bis Ende 1999 eine halbe Million DM.
Heute gibt es dank unserer Aktivitäten im Kanton 11 Grundschulen, 1 Behinderten-Grundschule und 3 Realschulen.
Im Jahr 2006 war die Zahl der Schüler insgesamt auf 3028 angewachsen. Wir sind besonders stolz auf den hohen Anteil der Mädchen: 1416 Mädchen zusammen mit 1612 Buben.
Seit dem Jahr 2000 unterstützen wir 72 arme Schülerinnen und Schüler an der Realschule.
Seit dem Jahr 2003 fördern wir zudem gezielt Schüler vom Stamm des Nomadenstamms der Peul, um ihnen den Zugang zu den höheren Bildungseinrichtungen zu ermöglichen. 1988 gab es in der Grundschule nur einen einzigen Peul-Jungen; 2010 studieren schon 2 junge Peul an der Universität von Kara.
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Abdoukérim Tchangai 1988, als ich ihn für die Grundschule gewann.
| | Abdoukérim 2004 als Abiturient. Er studiert derzeit
an der Universität Kara Englisch |
Im Schuljahr 2009/2010 unterstützten wir neben den 354 Grundschülern und 72 Realschülern auch noch 7 Gymnasiasten und die beiden genannten Peul-Studenten.
Im Jahr 2010 bestanden an den drei Realschulen bereits 65 Jungen und 31 Mädchen ihre Abschlussprüfung.
In ihrem ersten Jahrzehnt streute die TOGOHILFE ihre Mittel breit: Sie finanzierte die Gründung von rund 40 Genossenschaften von Kleinbauern- und Frauengruppen, bezahlte Saatgut, Düngemittel, Medikamente und die Anlage von über zehn Brunnen, hatte einen Apotheker angestellt und half in unzähligen Einzelfällen.
Inzwischen hat sie sich stark auf die Schulen konzentriert, hat aber auch noch 6 Hebammen angestellt, unterstützt regelmäßig eine große Selbsthilfegruppe von Blinden und hilft weiterhin in besonders akuten Einzelfällen.
Ein Einblick in die hier jeweils veröffentlichten Jahres-Rechnungsberichte zeigt, wofür die TOGOHILFE derzeit ihre Mittel im Einzelnen einsetzt.
Im Lauf des Jahres 2010 übernahm der Staat schrittweise die Besoldung von 23 der 28 von uns angestellten Lehrer.
Leider berichteten uns diese unlängst, sie seien für das gesamte Schuljahr 2009/2010 überhaupt nicht bezahlt worden und lebten daher inzwischen mit ihren Familien in schlimmster Armut! So werden wir wohl auch ihnen wieder helfen müssen.
Sie haben bisher gute Arbeit geleistet: Die Schulabschluss-Prüfungen, für die zentral landesweit die Aufgaben gestellt werden, schafften in den letzten Jahren regelmäßig weit über 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler - ein hervorragendes Ergebnis.